Macht sich in Zukunft der Haushalt von selbst?
- Viktor Roudyk

- vor 54 Minuten
- 3 Min. Lesezeit
Haushaltsheld auf der CES in Las Vegas sorgt für Aufsehen..
Auf der Consumer Electronics Show (CES) 2026 in Las Vegas hat LG Electronics einen ambitionierten Haushaltsroboter namens LG CLOiD vorgestellt – ein KI-gestützter Robotik-Assistent, der weit mehr leisten soll als klassische Smart-Home-Geräte oder Staubsaugerroboter. Während viele Geräte heute „nur“ vernetzt sind, will CLOiD tatsächlich physische Arbeit im Haushalt übernehmen und damit das Konzept des „Zero Labor Home“ vorantreiben: ein Zuhause mit möglichst wenig mühsamer Handarbeit für die Bewohner.
Was kann der smarte Helfer CLOiD wirklich?
LG CLOiD ist ein mobiler Haushaltsroboter mit zwei gelenkigen Armen und zehn unabhängig beweglichen Fingern, die ihm eine hohe Feinmotorik verleihen sollen. In Kombination mit moderner Künstlicher Intelligenz kann er visuelle Informationen und Sprache verarbeiten und daraus konkrete Handlungen ableiten – etwa ein Objekt greifen, in einen Ofen legen oder ein Gerät bedienen. Als Beispiel wurde von LG dabei vorgeführt wie CLOiD ein Croissant in den Backofen legt.
Er bewegt sich auf einer fahrbaren Basis mit Rädern, deren Technologie aus LG-Staubsaugerrobotern stammt. Diese Wahl sorgt für Stabilität und Energieeffizienz in bewohnten Räumen – vor allem im Vergleich zu zweibeinigen Laufrobotern, die deutlich komplexer und anfälliger wären. Roboter, die mit künstlicher Intelligenz ausgesttat sind und auf Räder statt auf Beinen stehen werden statt "Humanoide" oft auch als "Service Roboter" bezeichnet.
Physical AI: Sehen, Verstehen, Handeln
Der Clou von CLOiD ist nicht nur seine Mechanik, sondern die Art und Weise, wie er Aufgaben angeht:
Vision Language Model (VLM): Er interpretiert visuelle Daten und bringt sie in eine sprachlich strukturierte Bedeutung.
Vision Language Action (VLA): Aufbauend darauf plant und führt er Aktionen aus.
Diese Kombination bedeutet, dass CLOiD nicht nur Objekte erkennt, sondern versteht, welche Handlung sinnvoll ist – ein entscheidender Schritt in Richtung echter physischer KI-Assistenz.
CLOiD Usecases & Alltagsfähigkeit
In Messe-Demos zeigte LG, wozu CLOiD heute schon fähig ist – auch wenn die Technik noch nicht perfekt marktreif ist:
CLOiD holte Milch aus dem Kühlschrank und backt Brötchen für das Frühstück auf. Weiter zeigt das Unternehmen, wie er ein Waschprogramme startet und versucht, frisch getrocknete Wäsche zu falten und zu stapeln – eine der anspruchsvollsten Aufgaben für Robotik-Hände. Der Vorgang zeigt zwar dass er dies präzise beherrscht, jedoch ist bei der Geschwindigkeit jede menschliche Haushaltshilfe wie Kreisklasse gegen Champions League.

Quelle: LG
Smart Home System als Basis
CLOiD fungiert nicht nur als „Arbeitskraft“, sondern kann innerhalb eines Smart-Home-Ökosystems Aufgaben koordinieren – z. B. Waschmaschine, Ofen und andere vernetzte Geräte in einem Ablauf kombinieren. Dies ist praktisch - vorausgesetzt man ist mit genug LG Haushaltselektronik ausgestattet. CLOiD ist nämlich eng in das LG ThinQ-Ökosystem eingebettet und den Smart-Home-Hub ThinQ ON, wodurch er nicht nur physisch handelt, sondern auch Hausgeräte steuert und vernetzte Abläufe orchestriert. Das macht ihn zu einem beweglichen, intelligenten Home-Hub – ein Konzept, das weit über reine Automatisierung hinausgeht.
Die Zukunft des Haushalts
LG CLOiD zeigt, wie weit Robotik und KI bereits gekommen sind: von smarten Alexa-Anfragen hin zu körperlich agierenden Haushaltsassistenten. Die Vision eines „Zero Labor Home“ ist greifbar, aber noch nicht vollständig realisiert. Vielmehr steht CLOiD für einen strategischen Schritt in Richtung eines neuen Gerätekategorie-Standards: Roboter, die sehen, verstehen, planen und handeln – nicht nur „smart“ sein, sondern tatsächlich helfen.
Preis und Verkaufsstart wurden noch nicht bekanntgegeben.
Es ist in jedem Fall beeindruckend zu sehen, was mit Humanoiden bereits möglich ist und in den nächsten Jahren noch alles möglich sein wird. Die Zeiten in denen ältere Menschen aus Ihrem Zuhause in ein Pflegeheime müssen, weil sie nicht mehr alleine für sich sorgen können könnte in Zukunft vorbei sein. Jeder könnte entscheiden, wie viele Assistenten er zuhause für die Hürden des Alltags nutzen will.
Auch Alleinerziehende, Menschen mit physischen oder seelischen Einschränkungen könnten durch höhere Lebensqualität und Bequemlichkeit profitieren.
Das sind in jedem Fall schöne Aussichten und zeigt wie wichtig die weitere Entwicklung humanoider Roboter ist.
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Quellen:
Drohnen.de, 2026
LG.com, 2026



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